2025
Pfade und Wegweiser
Was zeigt uns den Weg? Was lässt uns zögern, umkehren oder neue Pfade beschreiten?
Pfade und Wegweiser war eine Einladung, über Entscheidungen, Richtungen und das Dazwischen nachzudenken. Zwischen Schmuck und Klang, Installation und Gespräch entstanden Räume – für Begegnung, Erinnerung und Orientierung.
Vom 25. Juli bis 15. August 2025 verwandelte sich die Galerie Helmut Hable in Straden in einen lebendigen Ort kultureller Teilhabe.
Internationale und lokale Künstler:innen, Kinder und Besucher:innen aller Generationen gestalteten gemeinsam dieses vielschichtige Projekt.
Kuratorentext
Die Ausstellung bewegt sich im Spannungsfeld zwischen dem Ort „ZwischenLand“ und dem Jahresthema „Pfade und Wegweiser“. Im Zentrum stehen die Reaktionen der eingeladenen Künstler:innen, deren Werke und Konzepte persönliche wie künstlerische Entscheidungsprozesse sichtbar machen: den Raum zwischen Inspiration, Lebenserfahrung und den eingeschlagenen Wegen. Dieser Zwischenraum erlaubt viele gleichzeitige, auch umkehrbare Geschichten und eröffnet stets neue Richtungen.
Ziel der Ausstellung ist eine gemeinsame Reflexion über Entscheidungen und über die Verbindung von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft – gerade in einer Zeit, die sich oft auf ein flüchtiges „Hier und Jetzt“ reduziert. Die gezeigten Arbeiten erzählen von prägenden Momenten, Kindheitserinnerungen, Umwegen, bewussten Nicht-Entscheidungen, Rückkehr zu verlassenen Pfaden, vom Vertrauen in Träume, vom produktiven Irren und von der Natur als Lehrmeisterin. Daraus entsteht ein roter Faden einer tiefen, spielerischen Leichtigkeit, die auch der zeitgenössischen Schmuckkunst eigen ist.
Einen gemeinschaftlichen, heiteren Abschluss bildet der „magische Wald“, ein Projekt von Schüler:innen der Mittelschule Straden, das aus Wegwerfmaterialien entstand und die Kraft kollektiven Schaffens feiert. Weitere Arbeiten thematisieren Zwischenräume zwischen Disziplinen, Wahrnehmungsformen und architektonischen Ebenen, etwa durch Fotografie als Wegweiser im Alltag.
Im Obergeschoss treten historische Grafiken zur „Grand Tour“ des 18. Jahrhunderts in Dialog mit zeitgenössischen Positionen, in denen Wege als Bildungs-, Erfahrungs- und kreative Prozesse verstanden werden. Grafik erscheint dabei als kunsthandwerkliche Praxis mit großer Freiheit und Nähe zur Goldschmiedekunst.
So verbinden sich unterschiedliche Stimmen zu einem gemeinsamen Klang jenseits disziplinärer Grenzen. Diese Offenheit setzt sich in der Tonspur der Ausstellung fort, die Worte und Klänge aus vielen Sprachen sammelt – hervorgegangen aus der einfachen Frage: „Was waren deine Wegweiser?“ Die Antwort bleibt offen, spielerisch und im Wind hörbar.
​
Künstler*innen
Schmuck

Robeir Barsoum
​Ich habe mich nicht für Schmuck entschieden. Er hat mich ausgewählt.
Als ich fünfzehn war, gab mir mein Vater die Schlüssel zum Schmucktresor unserer Familie. Dieser stille Moment veränderte den Verlauf meines Lebens. Ich erhielt nicht nur Zugang zu Gold und Edelsteinen, sondern auch Vertrauen, ein Vermächtnis und Verantwortung. Dieser Moment entfachte in mir ein Feuer, das seitdem nie erloschen ist.
Ich bin nicht nur Juwelier. Ich bin Geschichtenerzähler. Jedes Stück, das ich kreiere, trägt etwas Echtes in sich: eine Erinnerung, ein Symbol, eine Botschaft, die die Zeit überdauern soll. Ich glaube, dass Schmuck keine Dekoration ist, sondern Identität. Er wird weitergegeben, nah am Herzen getragen und mit Bedeutung getragen.
Meine Arbeit ist geprägt von meinem Erbe, basiert auf Handwerkskunst und wird von dem Bedürfnis angetrieben, etwas Bleibendes in einer Welt zu schaffen, die sich ständig verändert. Ich entwerfe mit Tiefgang und frage mich immer: Welche Geschichte wird dieses Stück erzählen, wenn ich nicht mehr da bin?
Schmuck ist meine Stimme. Und durch ihn spreche ich nicht nur zu heute, sondern auch zur nächsten Generation.

Noah Layr
Der Grazer Künstler Noah Layr setzt sich seit Jahren mit historischen Techniken des Metall-Gusses, der Verarbeitung von Urushi-Lack und der Besiedelung von Pflanzen im Schmuck auseinander.
Seine skulpturalen Schmuckstücke übersetzen natürliche Strukturen in tragbare Miniaturen und hinterfragen Materialwert, Zeitgeist und Tragbarkeit mit narrativer Symbolik. www.noahlayr.com

Lilian Mattuschka
bewegt sich zwischen Bildhauerei und Schmuckkunst. In ihren Arbeiten verbindet sie handwerkliche Präzision mit konzeptuellem Denken und lotet dabei immer wieder die Grenzen des Tragbaren aus.
Ihre Holz- und Körperskulpturen schaffen poetische Zwischenräume – zwischen Objekt und Körper, zwischen Schmuck und Performance, zwischen Präsenz und Bewegung. www.lilianmattuschka.com

Daria Olejniczak
Daria Olejniczak ist Schmuckkünstlerin und Lichtdesignerin.
In ihrer künstlerischen Praxis sucht sie nach einem Zustand des Flows – jener tiefen Versenkung in eine Tätigkeit, bei der alles andere in den Hintergrund tritt. Ihre Arbeiten entstehen durch eine meditative, wiederholende Auseinandersetzung mit kleinen Objekten, die sie in einem langsamen, intuitiven Prozess zerlegt und neu strukturiert. dariaolejniczak.com
_.jpg)
Flora Vagí
Die ungarische Künstlerin arbeitet mit Holz, Papier und gefundenen Objekten und verwandelt einfache Materialien in stille, poetische Formen.
Ihre fragmentierten Objekte wirken wie „geflüsterte Geschichten“ – zarte Spuren, die von Vergänglichkeit und Beständigkeit erzählen.
Tief verwurzelt in der Sensibilität für Material und Form, bewegt sich ihre Arbeit zwischen Schmuck und Skulptur, zwischen Erinnerung und Materie.

Andrea Auer
verwandelt alltägliche Materialien – Gebrauchtes, Zerbrochenes, Weggeworfenes – in individuelle, poetische Schmuckstücke. Dinge, die oft übersehen oder als wertlos betrachtet werden, erhalten bei ihr neue Bedeutung und Würde.
Mit einem feinen Gespür für Material und Form schafft sie aus Fundstücken kleine Kostbarkeiten, die Geschichten erzählen.
Seit 2002 entwirft sie unter ihrem Label andreaauer Schmuck, der überrascht und berührt. www.andreaauer.at
​

Shahd Essam
Ich entwerfe Schmuck als Dialog zwischen Architektur und Tradition, Erinnerung und Material, Körper und Objekt.
Mit Wurzeln in Architektur und traditioneller Kunst erforsche ich die emotionale Wirkung von Schmuck am Körper – handwerkliche Techniken verbinden sich mit moderner Technologie zu zeitlosen Formen mit zeitgenössischem Ausdruck.
Neugier treibt mich an, immer neue Materialien und Bedeutungen zu entdecken, die Identität, Zeit und Geschichte miteinander verknüpfen.

Chiara Longari
Die in Mailand geborene Chiara Longari verbindet Szenografie-Hintergrund und feine Metalltechniken zu konzeptuellen, haptischen Schmuckstücken und Objekten, die urbane Eindrücke und Naturfragmente spiegeln. www.kunstwirtschaft.at

Fadwa Nayef
Mein Schmuck bewahrt Geschichten – von Herkunft, Wandel, Widerstand und Erneuerung.
Als palästinensische Designerin nutze ich traditionelle Techniken wie Filigranarbeit, um die Vergangenheit lebendig zu halten und die Gegenwart zu reflektieren.
Jedes Stück entsteht in Handarbeit – mit Geduld, Sorgfalt und dem Bewusstsein, dass Metall Erinnerungen trägt.

Izabella Petrut
Ich kreiere Schmuck als Medium für Reflexion und Transformation, indem ich persönliche Erinnerungen mit sozialen und philosophischen Erzählungen verbinde. Jedes Stück lädt Träger*innen dazu ein, sich mit Identität, Zeit und der emotionalen Präsenz von Objekten am Körper auseinanderzusetzen. www.izabellapetrut.com
Malerei und Grafik
Installation
Kulinarik
Musik, Theater, Fotografie
Kulinarik
Malerei und Grafik
Workshops
Daria Olejniczak
27. Juli von 16 bis 20 Uhr
Galerie Helmut Hable
Wieden-Klausen 47, 8345 Straden

Cristina d’Alberto und Doris Maninger
Teil 1
2. August von 9 bis 17 Uhr
Atelier 14
Deutsch-Goritz 14
​
​

Cristina d’Alberto und Doris Maninger
Teil 2
9. August von 9 bis 12 Uhr.
Galerie Helmut Hable
Wieden Straden 47, 8345 Straden
​

Noah Layr
1. August von 13 bis 19 Uhr
Galerie Helmut Hable
Wieden Straden 47, 8345 Straden
.jpg)
Alena Baich
4. August von 14 bis 20 Uhr
Galerie Helmut Hable
Wieden Straden 47, 8345 Straden
.jpg)
Fotogallerie































