2024
Geschichten von Einst, Jetzt und Anderswo
Mit dem Projekt Geschichten von Jetzt, Einst und Anderswo wurde 2024 ein erster Schritt in Richtung kultureller Vernetzung und regionaler Teilhabe gesetzt.
Im Zentrum standen Schmuckkunst und begleitende Veranstaltungen, die kulturelle Vielfalt sicht- und spürbar machten. Durch die Einbindung der lokalen Bevölkerung in der Südoststeiermark entstand ein lebendiger Dialog zwischen globalen Perspektiven und lokalen Identitäten.
Das Projekt bereicherte nicht nur den kulturellen Alltag im ländlichen Raum, sondern zeigte auch, wie künstlerische Formate Brücken schlagen – zwischen Menschen, Orten und Geschichten.
Kuratorentext
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Die Ausstellung widmet sich Schmuck als einem universellen kulturellen und symbolischen Phänomen. Ausgehend von der Etymologie des Wortes „Schmuck“ in verschiedenen Sprachen wird deutlich, dass Schmuck seit jeher mit Freude, Spiel, Nähe zum Körper, Macht, Dankbarkeit, Bündnissen und Spiritualität verbunden ist. Besonders hervorgehoben wird der Aspekt der Intimität: Schmuck ist eng mit persönlichen Geschichten verknüpft und wird durch das Tragen am Körper zu dessen Verlängerung, zugleich sichtbar und doch teilweise verborgen.
In allen Kulturen fungiert Schmuck als Symbol für Einheit und Zugehörigkeit sowie als besonderes Geschenk zwischen Menschen und zwischen Mensch und Gott. Diese Bedeutungen spiegeln sich auch im Begriff Adi wider, der je nach kulturellem Kontext „Ornament Gottes“, „der Erste“ oder ein heiliger Talisman bezeichnet.
Die Ausstellung erzählt die Geschichten von acht Künstlerinnen, die sich in Kairo begegnet sind. Ihre unterschiedlichen kulturellen Hintergründe und ästhetischen Codes haben einen fruchtbaren Austausch ermöglicht und neue Perspektiven auf die eigene Arbeit eröffnet. Die Ausstellungsarchitektur übersetzt diese Erfahrung räumlich: Jede Künstlerin erhält einen geschützten, intimen Raum, zugleich entsteht eine kollektive Erzählung – ein Weg von Innerlichkeit zu Offenheit, von Schatten zu Licht.
Transparente Netze schaffen halb offene Räume, die nicht verbergen, sondern verschleiern, und so das Spiel von Enthüllung und Begegnung betonen. Am Ende steht ein „maßloses Schmuckstück“, das Innen und Außen, Subjektives und Welt, Mensch und Natur miteinander verbindet. Ergänzt wird die Ausstellung durch Wandtexte aus Gesprächen mit Menschen unterschiedlicher Herkunft, die Schmuck mit Erinnerungen, Beziehungen, Orten und Zukunftserwartungen verknüpfen.
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Künstler:innen
Schmuck

Gloria Awori
Gloria Awori ist eine preisgekrönte Schmuckkünstlerin aus Uganda, deren Arbeiten von der kulturellen und landschaftlichen Vielfalt Afrikas inspiriert sind. In der Serie Geflecht der Dualität nutzt sie den Nil als Sinnbild für Gegensätze wie Chaos und Harmonie, Vielfalt und Einheit. Mit Kupfer, Messing und afrikanischen Stoffen verbindet sie architektonisches Denken mit zeitgenössischem Schmuck und macht die Schönheit von Widersprüchen erfahrbar.

Rachel Chiodo
Rachel Chiodo ist Pädagogin und Schmuckkünstlerin, deren Arbeit den Übergang zwischen Form, Farbe und Empfindung erforscht – inspiriert vom Ozean, vom Unbestimmten zwischen Himmel und Wasser und von sich wandelnden Grautönen. Ausgebildet an der Rhode Island School of Design und dem Royal College of Art, verbindet sie internationale Ausstellungserfahrung mit einer tiefen Leidenschaft für das Lehren. Seit 2019 lebt sie in Kairo und wirkt als Hauptdozentin und Bildungsdesignerin bei Azza Fahmy, wo der Austausch von Ideen zwischen Schüler und Lehrenden im Zentrum steht. Ihre subtilen, leisen Arbeiten laden dazu ein, innezuhalten, genau hinzusehen und die stille Poesie von Form und Farbe zu erleben.

Amira Ayad
Amiira Ayad ist eine ägyptische Schmuckkünstlerin, Pädagogin und Gründerin des Cairo Centre for Contemporary Jewellery (CCCJ) in Kairo. Ausgehend von der Auseinandersetzung mit historischem Erbe versteht sie Schmuck als erzählerisches Medium, das vergangene und gegenwärtige menschliche Erfahrungen verbindet. Ihre international ausgestellten Arbeiten nutzen Kunst als Werkzeug, um Denkweisen zu hinterfragen, den Status quo herauszufordern und gesellschaftliche Diskurse anzustoßen.

Shahd Essam
Shahd Essam ist Architektin, Künstlerin und Pädagogin, deren Arbeit von der altägyptischen Himmelsgöttin NÅ«t und von geometrischen Sternennetzwerken inspiriert ist. Sie verbindet Architektur, Schmuck, Holzarbeit und Modellbau zu vielschichtigen Arbeiten, in denen sich Geschichte, Raum und moderne Technologie überlagern. Ausgebildet in Kairo und durch Studien der traditionellen Künste vertieft, erforscht sie Transformation, Wahrnehmung und jene Formen, die sich erst aus einem bestimmten Blickwinkel vollständig offenbaren.

Doris Maninger
Doris Maninger ist eine Künstlerin, Schmuckgestalterin und Pädagogin, die traditionelle Handwerkstechniken mit zeitgenössischer Schmuckkunst verbindet. In ihrem Projekt Belli per Forza nutzt sie die Kartoffel als poetisches Symbol für individuelle Perfektion und kollektives Erzählen – von Kalabrien über das Mittelmeer bis nach Wien. Als Mitgründerin der renommierten Schmuckschule Alchimia in Florenz und Beraterin am Design Studio Azza Fahmy versteht sie Schmuck als erzählerisches Medium, das kulturelle, materielle und menschliche Geschichten weiterträgt

Fadwa Nayef
Fadwa Nayef ist eine palästinensische Schmuckkünstlerin, die in Kairo und Gaza lebt und arbeitet und deren Werk stark von Identität, Erinnerung und Zugehörigkeit geprägt ist. In der Serie Sharshi („Meine Wurzel“) erzählt sie die Geschichte Palästinas durch das Symbol des Olivenbaums als Sinnbild für Beständigkeit, Herkunft und kollektives Gedächtnis. Ihre Arbeit verbindet persönliche Erfahrung mit kulturellem Erbe und macht Schmuck zu einer kraftvollen Stimme für Verwurzelung und Widerstand.

Lillian Mattuschka
Lilian Mattuschka ist eine österreichische Künstlerin, die in Italien lebt und arbeitet und deren Werk sich mit Hingabe, Herkunft und familiären Bindungen auseinandersetzt. In LA CURA übersetzt sie die Geschichte ihres Großvaters und eines geerbten Ortes in körpernahe Holzskulpturen, in denen Ketten zugleich Einschränkung und Verbindung symbolisieren. Mit Holz als zentralem Material erforscht sie die Grenzen zwischen Leben und Starre, Freiheit und Bindung und macht familiäre Muster sowie kulturelle Prägungen sinnlich erfahrbar.

Estela Saez
Estela Saez ist eine katalanische Schmuckkünstlerin und Pädagogin mit internationaler Praxis, deren Arbeiten skulpturale und tragbare Formen verbinden. In der Serie Maybe Days verarbeitet sie Erinnerungen an das postrevolutionäre Kairo und übersetzt Landschaft, Kultur und emotionale Erfahrungen des Nahen Ostens in poetischen Schmuck. Durch Materialien wie Silber, Papyrus und Turmalin versteht sie Schmuck als Medium, das über den Körper hinausgeht und Hoffnung, Erinnerung und innere Landschaften sichtbar macht.
Malerei und Grafik

Helmut Hable
Helmut Hable übersetzt die Vulkanlandschaft der Südoststeiermark in expressive Malerei und Grafik. Schichtungen und Texturen bilden ein Vokabular zwischen figurativer Erzählung und abstrakter Spurensuche.
Musik und Theater

Alena Baich
Ich beobachte, forsche, höre zu. Ich setze Erzählungen in einen gesellschaftlichen Kontext und verdichte sie in eine künstlerische Sprache für die Bühne. Mit Bewegung, Stimme und Sound. Mich interessiert die menschliche Begegnung und Interaktion: Im Gespräch, in der Natur, in Literatur und Kompositionen, mit meinen Bühnenpartner:innen, dem Publikum und mit mir selbst.
actress, musician, narrator
Kulinarik

Christoph und Ruth Mandl
Im Saziani in Straden empfangen Ruth und Christoph Mandl ihre Gäste mit einer einzigartigen Mischung aus Bodenständigkeit und feiner Gastlichkeit. Während Christoph als Küchenchef regionale Produkte auf höchstem Niveau interpretiert, sorgt Ruth mit ihrer warmherzigen Präsenz für eine Atmosphäre, in der man sich sofort willkommen fühlt. Gemeinsam haben sie das traditionsreiche Haus zu einem kulinarischen Treffpunkt gemacht, der Handwerk, Herkunft und Geschmack in den Mittelpunkt stellt.
Performance mit Musik der Geschichte von Hier
Alena Baich
10. August ab 18 Uhr
Galerie Helmut Hable
Wieden-Klausen 47, 8345 Straden

Kinder Workshop - Monothypie Druckthechnik
Doris Maninger
13. August von 14 bis 18 Uhr
Galerie Helmut Hable
Wieden-Klausen 47, 8345 Straden
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Theater Workshop
Alena Baich
11. August von 14 bis 20 Uhr
Galerie Helmut Hable
Wieden Straden 47, 8345 Straden


Speis und Drank als Erzählform
Saziani Neumeister
16. August ab 19 Uhr
Saziani
Straden 42
8345 Straden
Familienlogo - für die ganze Familie
Doris Maninger
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24. August von 17 bis 20 Uhr.
Galerie Helmut Hable
Wieden Straden 47, 8345 Straden
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Finissage mit gemensamen Essen
Jede:r bringt was mit und erzähl die Rezept Geschichte
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31. August ab 19 Uhr.
Galerie Helmut Hable
Wieden Straden 47, 8345 Straden
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Programm und Workshops
Fotogallerie











